Wie ich arbeite

Um auf die Individualität eines jeden Kindes einzugehen, wird es bei mir auf eine achtsame Art beobachtet: ich nehme wahr was und wie es etwas tut, ohne zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Beobachtungen gestalte ich die Umgebung zum Spielen und Bewegen. Und berücksichtige diesen Blick auf das Kind beim Windeln, Anziehen, Schlafen und Füttern. Genauso fühle ich mich in Situationen ein, die im Miteinander zwischen den Kindern einer Begleitung bedürfen: achtsam gebe ich jedem Kind die Unterstützung, die es gerade braucht. Dabei spielen meine Gesten und auch meine Sprache eine wichtige Rolle. Die Kinder erleben durch mein einfühlen in die jeweilige Situation, dass sie gesehen werden, erfahren Unterstützung beim Wahrnehmen ihrer Gefühle und Bedürfnisse. Sie lernen ihren eigenen Weg zu finden.

Grundlage für diese Arbeit bieten mir die Erkenntnisse Emmi Piklers. Schon als meine eigenen Kinder noch klein waren, lernte ich die Kleinkindpädagogik aus Budapest kennen und erlebte, wie mir diese aus dem Herzen sprach.

Emmi Pikler fand in ihrer Tätigkeit als Kinderärztin heraus, dass sich Kinder gesund entwickeln und ihrem Potential entsprechend entfalten – und das auch schon im Säuglingsalter – wenn sie aus eigener Initiative heraus aktiv werden und sich so erleben.
In meinem Spielzimmer und im Garten sind geeignete Klettergeräte, die schon durch ihre klare Gestaltung und erreichbare Höhe jedes Kind einladen, darauf zu klettern. Die Kinder erkunden ihren Körper, wiederholen die Bewegungen, finden neue Wege, ahmen andere Kinder nach und werden immer geschickter.
Als Spielmaterial stehen Dinge zur Verfügung, denen nicht nur eine Spielidee zugrunde liegt: es kann geschüttet, gesammelt, gestapelt und geordnet werden, mit ihm können Geräusche gemacht werden, sie bestehen aus verschiedenen Materialien, Größen und Farben, kurzum damit können die Kinder sinnlich unsere Welt entdecken. Später entdecken sie darin kreativ Neues und es dient dem Rollenspiel.

In der Pikler-Pädagogik sind die drei Grundprinzipien

  • achtsame Pflege,
  • selbständige Bewegungserfahrung und
  • freies Spiel

bestimmend für den Umgang mit den heranwachsenden Kindern. Dahinter verbergen sich für mich mehr als drei Konzepte. Ich erlebe bei ihrer Umsetzung immer wieder, wie sehr sie den Bedürfnissen der Kinder entsprechen. Damit sich die Kinder tatsächlich frei entfalten können, sind es darüber hinaus der respektvolle Umgang, die Ansprache, die Gesten, die innere Stimmung des Erwachsenen, die das Miteinander-Zusammen-Sein bestimmen. So ist aber nicht nur das Miteinander zwischen mir und den Kindern, sondern auch das Miteinander zwischen den Kindern liebevoll, freudvoll, lebendig, aufmerksam und achtsam.